

Mit einem glanzvollen Jubiläumskonzert feierte der Musikverein Laudenbach im Hofgartensaal ein dreifaches Jubiläum: 75 Jahre Vereinsgeschichte, 105 Jahre Musikkapelle und stolze 260 Jahre Blasmusiktradition im Ort. Es war ein Abend, der nicht nur die Vergangenheit würdigte, sondern auch das Ende einer Ära markierte.
Familiäre Atmosphäre im „Wohnzimmer“
Bereits der Empfang setzte den Ton für den Abend: Ein Klarinettentrio begleitete den Sektempfang mit unaufdringlicher Live-Musik und schuf eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Im Saal selbst wartete eine originelle Kulisse: Ein als Wohnzimmer gestalteter Bühnenvorbau mit Sesseln und Tisch diente als Rahmen für die Moderation.
Vorstand Michael Breitenbach und Dirigent Erich Rachor führten hier in einem witzigen und vertrauten Dialog durch die Jahrzehnte. Sie beleuchteten die Meilensteine seit der Gründung 1951, während das Projektorchester „Main Dreiklang“ jedes Jahrzehnt musikalisch zum Leben erweckte.
Von Ernst Mosch bis Queen
Die musikalische Reise begann in den 50er Jahren mit den Klängen von Ernst Mosch und der Würdigung prägender Persönlichkeiten wie Otto Frieß und Georg Schorsch. Über den Sound der Beach Boys arbeiteten sich die Musiker bis in die 70er Jahre vor, wo Kilian Lebert mit einem energiegeladenen Queen-Medley für Begeisterung sorgte.
Die „goldenen“ 80er Jahre standen im Zeichen der Pro Musica Plakette und der Geburtsstunde der Dreikönigskonzerte im Hofgartensaal. Julia Ballsieper riss das Publikum mit einem Nena-Medley mit, bevor das Orchester mit Titeln von Bon Jovi die Rock-Ära der 90er Jahre feierte – eine Zeit, in der der Verein unter Vorstand Horst Frosch sein neues Probenheim bezog.
Das Millennium und die Solisten
Das Jahr 2001 markierte wieder einen Wendepunkt: Michael Breitenbach übernahm den Vorsitz und Erich Rachor den Taktstock. Die folgenden 25 Jahre waren geprägt von der „Gala der Blasmusik“ und Auftritten internationaler Solisten. Das Orchester spielte Musikwettbewerbe u. a. in München, führte dreitätige Workshops und Konzerte mit den Solisten durch und spielte Serenaden im Schlosshof. Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläumsabends war die Darbietung von „Just A Gigolo“. Die Solisten Arno Weimer, Tobias Schwarzer, Sebastian Helm, Bernhard Kopp, Olaf Prockner, Felix Wöber und Sängerin Julia Ballsieper lieferten einen professionellen Vortrag, der die musikalische Qualität des Ensembles unterstrich.
Ein emotionaler Abschied
Mit dem Marsch „Neue Welt“ blickte das Orchester auf die 2022 erfolgte Fusion zum „Main Dreiklang“ (Laudenbach, Kleinheubach, Wörth). Doch dann wurde es emotional: Dirigent Erich Rachor gab bekannt, dass dies nach 25 Jahren sein letztes Konzert in Laudenbach sei. In einer bewegenden Rede bedankte er sich für die familiäre Herzlichkeit: „Ein Teil meines Herzens wird immer in Laudenbach bleiben.“
Sein Credo „Musik soll denen Freude machen, die sie spielen und denen, die sie hören“ hallte nach, als das Publikum mit minutenlangen stehenden Ovationen antwortete. Nach zwei Zugaben endete ein denkwürdiger Abend, der die tiefe Verwurzelung der Blasmusik in Laudenbach eindrucksvoll unter Beweis stellte.





























































