

"Main Dreiklang“ und ein Wohlfühlabend mit Blasorchesterglanz
Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte, dass der Zusammenschluss der Blasorchester der Musikvereine Laudenbach, Kleinheubach und Wörth zu „Main Dreiklang“ eine gute Idee war: das Dreikönigskonzert am Sonntagabend im Hofgartensaal hätte ihn erbracht. Unter der sachkundigen und spürbar beseelten Leitung von Erich Rachor zauberten die drei Dutzend Musikerinnen und Musiker in 90 Minuten den Reiz einer Weltreise auf den Flügeln der Musik in den mit 150 Zuhörern stimmungsvoll dekorierten Hofgartensaal mit kluger Tischbestuhlung. Es war eine gemütliche, fast familiäre Atmosphäre an einem Wohlfühlabend, bei dem alle ihren Spaß hatten: die Zuhörer, die häufig und begeistert Beifall spendeten und am Ende mehrere Zugaben erklatschten, und das Orchester mit seinem Dirigenten, dem die Freude am Musizieren anzusehen und anzuhören war. Eine schöne Idee: Drei Tanzpaare der Tanzschule „Main-Tanz“ aus Elsenfeld boten Anschauungsunterricht, wie eleganter Walzer, lateinamerikanischer Samba, temperamentvoller Tango und schwungvolle Polka aussehen können, wenn man es kann. Genauso gelungen und vom Publikum hörbar geschätzt: Die Vorsitzenden des drei Musikvereine führten als heilige drei Könige informativ und manchmal auch witzig durchs Programm und stellten das Dutzend Musiktitel aus Städten und Ländern rund um den Erdball jeweils kurz vor, bevor sie zu ihren Instrumenten griffen und das Orchester verstärkten: Michael Breitenbach aus Laudenbach mit dem Altsaxophon, Hans-Jörg Schramm aus Kleinheubach am Schlagzeug und Jörg Prockner aus Wörth mit dem Tenorsaxophon. Eine schöne Abrundung und roter Faden: Die drei Könige, die bibelkorrekt als drei Magier oder Weise vorgestellt wurden, brachten die Botschaft von Christi Geburt der Welt als Geschenk mit – vermutlich besser geeignet als Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Im Zentrum aber: die Musik. Und die ließ in diesen knapp zwei Stunden keine Wünsche offen, weil Rachor souverän und gekonnt seine guten Instrumentalisten als geschlossenen Klangkörper präsentierte, der mit Dynamik und Präzision überzeugte und den Reiz der sehr unterschiedlichen Stücke authentisch in den Saal zauberte. Diese handfeste Erfolgsstory von „Main Dreiklang“ startete mit der feierlichen Dreikönigsfanfare, machte mit orientalischen Klängen Station auf einem persischen Markt, bevor die Zuhörer spürbar engagiert bei einem Medley von Italo Pop Classics mitwippten und mitsummten. Mit „Azuro“ und „Ti amo“ lässt sich auch in nordeuropäischen Januar Begeisterung entfachen.
Mehrfach bereicherte Julia Ballsieper als Sängerin den Sound, beispielsweise bei „Beyond the sea“ und bei „Chilly Cha Cha“. Dass am Ende sieben Mexikaner farbig kostümiert mit sattem Trompetenklang von der Bühnenrampe aus die Stimmung anheizten und der Dirigent noch mit einem eindrucksvollen Klarinettensolo glänzte, rundete einen gelungenen Abend ab, der die Besucher sicher hoffnungsvoll auf in das kommende Jahr blicken lässt. Das „Experiment“ jedenfalls ist gelungen: Wenn die personelle Lage nicht mehr rosig ist, kann eine enge Zusammenarbeit von Musikvereinen tatsächlich die beste Lösung sein und ein echter Gewinn für Freunde anspruchsvoller Blasmusik.
